Infos zur Haltung, Zucht, Ernährung und allgemeines über den Wellensittich:
Der Wellensittich ist ein Schwarmvogel, und fühlt sich daher alleine gehalten nicht sehr wohl. Das Zahm werden eines einzeln gehaltenen Wellensittichs ist sozusagen als Verzweiflungsakt anzusehen, damit er Anschluss und Unterhaltung findet.
Am besten gefällt es dem Wellensittich, wenn er noch einen oder mehrere Genossen hat, mit denen er herum toben kann. Auch wenn man mehrere Wellensittich hat, und sich mit ihnen sehr viel und liebevoll beschäftigt, können diese genauso zahm werden, wie bei der Einzelhaltung. Deshalb rate ich immer vorher zu überlegen, ob es nicht sinnvoll ist gleich zwei dieser lustigen Gesellen zu nehmen. Wobei es dann besser ist, zwei Hähne (Männchen) zu nehmen, da diese sich eigentlich immer verstehen.
Auch kommt das natürliche Verhalten der Wellensittiche besser zu Tage, wenn man sie nicht alleine hält. Zu zweit toben sie fliegend durch das Zimmer, und es ist herrlich mit an zu sehen, welche Flugkünstler es sind. Und trotzdem ist es möglich, dass sie bei viel liebevoller Behandlung zahm werden.
Bei den Wellensittichen ist das dominante Geschlecht die Henne (Weibchen). Hält man zwei Hennen, so kann es schon vorkommen, dass es massiven Streit um die Futter- Näpfe oder Schlafplätze gibt. Dies kommt vor allem dann vor, wenn man zu kleine Käfige wählt.
Wichtig ist der regelmässige Freiflug der Tiere, wenn sie nicht in einer ausreichend grossen Voliere gehalten werden, was in einem normalen Haushalt nicht üblich sein wird. Hier ist darauf zu achten, dass die Umgebung in der sich das Tier bewegt, keine Unfallgefahren birgt. Solche Gefahren sind z.B. Schränke, hinter die der Vogel rutschen kann, oder Heizkörper. Auch sollten keine Gefässe mit tiefem Wasser herumstehen, in die der Vogel hinein rutschen und ertrinken kann. Da der Wellensittich auch gerne knabbert, sollte man sich vorher in der einschlägigen Fachliteratur etwas belesen, welche Zimmerpflanzen nicht gesund oder giftig für den neuen Bewohner sind.
......ach so, und offene Fenster sind ein gern gesehener Fluchtweg des Wellensittichs. Deshalb Fenster zu, und am besten Vorhänge aufhängen, da der Wellensittich eine Fensterscheibe nicht erkennt und sofort dagegen fliegen würde. Dies kann schwere bis tödliche Verletzungen hervorrufen.
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Das Haus des Wellensittichs (der Käfig):
Käfige werden im Fachhandel in großer Zahl und in allen möglichen Formen und Farben angeboten. Das mitgelieferte Zubehör ist meist reichhaltig. Aber einiges sollte man nach dem Kauf austauschen. Dies sind die mitgelieferten Plastiksítzstangen. Diese sind meiner Meinung nach für eine lebenslange Zeit für einen Vogel gänzlich ungeeignet. Man sollte diese durch Naturäste (ich nehme Weide, oder Äste von Obstbäumen). Diese Äste sollten so dick sein, dass der Fuss des Vogels sie zu 2/3 umschliesst ( ca. 16-20 mm) . Dies hat mehrere Vorteile:
- durch die unterschiedliche Oberfläche wird der Fuss unterschiedlich belastet und massiert
- Krallenabnutzung
- der Vogel beginnt die Rinde ab zu nagen, was gut ist für die Schnabelarbeit und gegen Langeweile
Standort des Käfigs:
Am besten an einem hellen, zugfreien Platz, wo der Wellensittich viel vom Tagesgeschehen mitbekommt, da er auch sehr neugierig ist. Er sollte nicht auf Lautsprecherboxen, oder daneben stehen, das er ein sehr empfindliches Gehör hat. Also nicht in der Disco !!!!. Fernsehen schauen tut er auch gerne, wobei des hierüber verschiedene Meinungen gibt. Ich würde ihn nicht direkt gegenüber stellen, so dass er gezwungen ist mit zu schauen. Der Käfig sollte nicht in der Nähe des Kochfeldes in der Küche stehen, da dort beim Kochen zu viele Dämpfe entstehen.
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Ernährung:
Was die Ernährung und die Kosten für die Ernährung angeht, ist der Wellensittich sehr pflegeleicht und günstig.
Körnermischungen:
Es gibt alle möglichen Körnermischungen von alle möglichen herstellern zu kaufen. Diese sind für die Grundversorgung des Wellensittichs auch alle ausreichend. Ich denke ein gehäufter Esslöffel Körner am Tag pro Vogel ist mehr als ausreichend. Es gibt verschiedene Mischungen, die man ruhig immer mal wieder zur Abwechslung anbieten sollte.
Obst und Gemüse:
Frisches Obst und Gemüse ist ein Muss für das tägliche Futterangebot des Wellensittichs. Er wird es Ihnen danken, auch wenn es am Anfang so aussieht, als würde er sich hierfür gar nicht interessieren. Immer wieder anbieten. Der Wellensittich ist gegenüber neuem vorsichtig und benötigt eine Weile bis er es ausprobiert. Hieraus bekommt er die wichtigen Vitamine, die er für eine gute und lange Gesundheit und Leben benötigt.
WICHTIG:
Gekauftes Obst und Gemüse vorher sehr gut waschen, ggf. Schale abmachen.
Was mag er gerne:
- Alle Arten von Obst, wie Apfel, Birne, Erdbeere, Nektarine, Melone, Trauben u.s.w
- Gemüse, wie Karotte (dient auch zur Schnabelarbeit), Tomate, Paprika, Maiskolben (in Scheiben geschnitten), Gurke, Zuchini, Salat
- Kräuter wie Basilikum, Mellisse, Zitronengras, Petersilie, Vogelmirre
- Von der Wiese kann man z.B. Blätter vom Löwenzahn füttern (Nur wenn sicher gestellt ist, dass nicht vom Strassenrand, oder gespritzt wurde).
- Sonstiges, wie z.B. hartgekochtes Ei inkl. Schale (mindesten 5 Minuten gekocht, kalt werden lassen und mit einer Gabel klein zerdrücken. Naturjoghurt mit geraspelter Karotte oder Apfel.
- Keimfutter. Wird im Zoohandel angeboten. Körner 24-36 Std. im Wasser einweichen, daann abspülen und in einem dunklen Gefäss mit Deckel (nicht luftdicht) 24-48 Std keimen lassen. Man kann das ganze auch mit den normalen Körnermischungen machen, benötigen nur etwas länger zum Keimen.
- Kolbenhirse aus dem Fachhandel ist eine willkommene Abwechslung, oder eine Belohnung
- Brotscheibe zum knabbern
- Speisen vom Tisch, die heiss und gewürzt sind
- alle Kohlsorten, Peperoni und Chilli, Advocados
- scharfes und salziges
- alkoholhaltiges
- zuckerhaltiges und Süsigkeiten
- verdorbenes Obst oder Gemüse
Futter und Wasser muss täglich ersetzt und die Behälter heiss ausgespült werden. Mindestens einmal in der Woche sollte der Käfig sauber gemacht werden. Das Einstreu (Sand) komplett ersetzen und die Wanne des Käfigs mit heissem Wasser ausspülen.
In jedem Käfig sollte ein Pickstein (Kalkstein) hängen.
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Die Wellensittichzucht:
Als erstes muss gesagt werden, dass nicht erlaubt ist, Wellensittiche so ohne weiteres zu züchten. Hierfür ist eine Zuchtgenehmigung bei dem örtlichen Amtstierarzt zu beantragen. Diese Genehmigung wird nur erteilt, wenn man bestimmte Vorraussetzungen erfüllt. Es muss normalerweise eine mündliche Prüfung vor dem Amtstierarzt abgelegt werden, in der man nachweisen muss, dass man sich mit der Zucht, Krankheiten und der notwendigen Hygiene zur Haltung auseinander gesetzt hat. Der Umfang der Prüfung variiert von Landkreis zu Landkreis. Nach erfolgreichem Ablegen der Prüfung und der Vor Ort Besichtigung des Amtstierarztes bekommt man gegen ein geringes Entgeld eine vom Amt ausgestellte Gehmigung zur Zucht von Wellensittichen.
Diese Zuchtgenehmigung wird benötigt, um die gesetzlich vorgeschriebenen Fussringe beziehen zu dürfen. Nun erst darf man Wellensittiche züchten. Eine Zucht ohne Genehmigung und die Weitergabe dieser Vögel kann im Ernstfall mehrere tausend Euro Strafe bedeuten. Der Züchter muss ein sog. Zuchtbuch führen, und es auf Verlangen jederzeit den zuständigen Behörden vorlegen können. Hier müssen Ringnummer und Adresse des Käufers festgehalten werden. Genauso wir der Tod eines Tieres aus dem Bestand. Diese Bücher mussen über Jahre aufbewahrt werden.
Soviel zur Theorie.... und nun zu den schönen Seiten einer Zucht. Das Erleben, wie aus einem kleinen Ei ein großer Wellensittich wird.
Arten der Zucht:
Koloniebrut:
Dies ist die natürliche Brut des Wellensittichs, wie es auch in der freien Natur in Australien passiert. Aber auch die Problematischste. Denn in der freien Wildbahn gibt es genügend Platz, in den heimischen Volieren nicht. Und wie bei so vielen Tieren, so hört auch beim Wellensittich, wenn es um die Nachzucht geht, die Freundschaft auf.
Auch wir haben ganz am Anfang die Vor- und Nachteile zu spüren bekommen.
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Eine Voliere mit Wellensittichen ist immer ein attraktiver Anblick in jedem Garten, egal ob gross oder klein. Dazu benötigt man wenig. Eine Flugvoliere (bestehend aus Holzrahmen mit Drahtgeflecht bespannt) und ein kleiner regengeschützter zugfreier Schutzraum für die kalten Winternächte reichen aus.
Eine Voliere braucht nicht nur zur Dekoration da zu sein. Man kann darin auch züchten und so Jungvögel bekommen, die alte ersetzen oder bei Verkauf das Futtergeld einbringen.
Man muss nur darauf achten, die Voliere nicht zu dicht zu besetzen, gleichviel Hähne wie Hennen zu haben und nistkästen erst aufzuhängen, wenn es Frühling geworden ist.
Eine Voliere von der Größe 1,80 x 1,20 m ist gut für 4 Paare mit ihren Jungen. Es ist zu empfehlen die Flüge oben anzudecken, damit wilde Vögel mi ihren Kot keine Krankheiten einschleppen. Eine klare Kunststoffabdeckung lässt genug natürliches Licht hinein. Für die Drahtbespannung ist doppelter Draht gut. Sonst die Drahtbespannung innen anbringen, damit die Holzkonstruktion nicht benagt werden kann.
Um Beißereien zwischen den Hennen zu vermeiden sollten doppelt so viel Nistkästen wie Paare aufgehängt werden. Die Hennen bevorzugen die höchsten Nistkasten, deshalb sollen alle in der gleiche Höhe angebracht werden, um Streit zu verhindern. Danach braucht man nur noch zu warten und kann der Natur ihren freien Lauf lassen. Als Mitglied der DSV haben Sie immer jemand in ihrer Nähe, der bei Fragen helfen kann.
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Anmerkung von mir:
Koloniebrut, kann wenn man zu wenig Platz, zu viele Vögel und wenig Erfahrung hat eine für die Vögel gefährliche Sache sein. Denn der Kampf um einen Nistkasten zwischen zwei Hennen kan durchaus tödlich enden. Dies kann auch passieren, wenn ein Hahn zwei Hennen hat, und diese beide brüten. Die Natur kennt bei Fortpflanzung keine Gnade, und so kann es zu tödlichen Zwischenfällen kommen, wenn man diese Art der Zucht auf zu engem Raum auswählt. Auch kann es sein, dass wenn nicht alle Hennen in Brutstimmung sind, oder eine keinen Partner findet, diese in einen fremden Nistkasten eindringt und versucht die Brut der anderen zu vernichten.
Diese Art der Zucht ist die Natürlichste, aber man genau wissen was man beachten muss um zu verhindern, dass etwas schief geht.
Kontrollierte Zucht:
Unter der kontrollierten Zucht versteht man das zusammen setzen von Zuchtpaaren, in Abhängigkeit von Farbe und anderen Kriterien, um eine Kontrolle zu haben was dabei raus kommt.
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Der Unterschied zwischen Kolonie- und kontrollierter Zucht besteht darin, dass bei letzterem der Züchter die Paare aussucht und in Einzelkäfigen züchtet.Deshalb besteht Kontrolle über die Abstammung. Mit Heizung und elektriechem Licht kann zu jeder Jahreszeit gezüchtet werden. Man braucht nur einen kleinen Zuchtraum mit einigen Zuchtkäfigen
Ein Käfig für ein Paar sollte mind. 60 cm lang, 45 cm hoch und 40 cm tief sein. Größere Zuchtkäfige bieten mehr Platz für die flüggen Jungvögel. Wellensittiche sind bei der Wahl der Nistkästen nicht wählerisch.
Über die Jahre wurde bereits alles Mögliche als Nistkasten ausprobiert, von der ausgehhlten Kokosnuss bis zum heutigen Holznistkasten, oder der Brutkasten mit einer speziellen Schublade aus Kunststoff (sog. Bruteinsatz).Heute haben sich Kästen aus Holz mit der Mindestgröße von 20 x 12 x 12 cm und einem Einflugloch von knapp 5 cm Durchmesser und einer Kontrollklappe durchgesetzt. Eine nistmulde aus Holz von einer Dicke 2,5cm hilft das Gelege zusammenzuhalten und den Bruterfolg zu verbessern.
Es ist durchaus möglich, von einem Paar in einem Jahr bis zu 18 Junge zu züchten. Ein Gelege besteht im Durchschnitt aus 5-6 Eiern und viele Züchter machen mit Ihren Paaren 3 Bruten pro Jahr, die meisten aber nur 2. Eier werden jeden 2. Tag gelegt und brauchen 18 Tage bis zum Schlupf, deshalb verteilt sich der Schlupf auf knapp 2 Wochen. Die Jungen bleiben rund 5 Wochen im Nistkasten.
Wenn sie die Jungen geschlossen bringen wollen (DSV-Ringe sind amtlich anerkannt), müssen sie Mitglied im DSV sein. Die Ringe tragen dann ihre persönliche Mitgliedsnummer, die Jahreszahl und eine fortlaufende Nummer. Die Jungen werden im Alter von 8-11 Tagen beringt.
Kontrollierte oder Selektivzucht ist die richtige Wahl, wenn bestimmte Farben herausgezüchtet werden sollen oder das Ziel ist, Ausstellungsqualität zu züchten. Diese Selektion ist der Grund, weshalb heutige Standard-Wellensittiche so andersals ihre wilden Vorfahren aussehen. Der Versuch die Farbschläge zu kontrollieren, schlägt oft fehl, weil die Vögel bereits viele verdeckte Farbfaktoren tragen, die dann hervortreten. Es ist nicht ungewöhnlich, aus 2 Grünen blaue Junge zu züchten oder aus einem Paar Grüner einen Albino.
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